Bericht des Landesobmanns Natur

Über Naturschutzaktivitäten unseres Verbandes im letzten Jahr gibt es im Rahmen der diesjährigen Mitgliederversammlung folgendes zu berichten:

Erstellt am 12.05.2016

Zunächst zur Talauenpflege im Schwarzatal am Schluchsee.

Dort trafen sich am 5. September einige Mitglieder unseres Verbandes gegen Mittag auf dem Hof des Landesvorsitzenden Manfred Siefridt, von wo aus man, mit Rechen und Gabeln ausgerüstet, zum Arbeitseinsatz ins Schwarzatal startete. In Abstimmung mit der Forst BW wurden die dortigen Wiesenflächen nach der Vegetationsperiode zuvor enthurstet. Das Gras wurde aus den feuchten Zonen und trockenen Bereichen zu Heuhaufen zusammengetragen.

Die Betreuung und Pflege dieser Wiesenflächen dient dem Erhalt von wertvollem Lebensraum für viele Tier-und Pflanzenarten.  

Festgestellt wurde, dass das an den Rändern der Schwarza dicht wachsende drüsige Springkraut, welches auch als indisches Springkraut bezeichnet wird, dort auch immer mehr die heimischen Pflanzen verdrängt. Interessant ist zu wissen, dass das Kraut eine spezielle Fruchtkapsel besitzt, in welcher sich während der Reife eine Spannung aufbaut. Ist diese hoch genug, platzen die Kapseln bei leichtem Wind auf und schleudern die Samen bis über 3 m weit weg. Übrigens stammt dieses Springkraut aus dem Himalaya und wurde im 19. Jahrhundert als Gartenzierpflanze ausgesät, von wo aus es rasch verwilderte.  

Während diesen Pflegearbeiten konnte eine interessante Beobachtung gemacht werden. Das Springkraut war an vielen Stellen an den obersten Enden der bis zu 2 m hohen Stängel vom Rotwild verbissen. Dieses Äsungsverhalten ist bisher beim Rotwild nicht bekannt.  

Nach Abschluss der bis zum Abend dauernden Arbeiten fand der Ausklang im Hof von Manfred bei zünftigem Grillen statt, bis dann einige Helfer ihre zum Teil weite Heimreise antreten mussten.  

Zur Wacholderheidenpflege in Oberschmeien am 24.Oktober ist zu berichten, daß der Jagd-Natur-Wildtierschützerverband die BUND Ortsgruppe Sigmaringen bei der Biotoppflege-Aktion an zwei Wacholderheiden in Oberschmeien wieder unterstützt hat und hierfür einen Anerkennungsbetrag von 100 Euro erhielt.

Zum Schluss meiner bisherigen Ausführung noch eine kurze Information betreffs des Antrags auf Zuschuss für Raufußkauznistkästen    

Im letzten Jahr konnte ich bei der Jahreshauptversammlung mitteilen, dass ich den Versuch unternommen habe, bei der Stiftung Naturschutzfond des Ministeriums Ländlicher Raum in Baden-Württemberg einen Zuschuss für Raufußkauznistkästen zu erhalten und habe dort auch einen entsprechenden Antrag über unseren Verband eingereicht.  

Vor wenigen Wochen wurde mir von der Stiftung Naturschutzfond mitgeteilt, dass der Antrag aufgrund der Vielzahl der eingegangenen Anträge und der nur begrenzt zur Verfügung stehenden Mittel leider nicht berücksichtigt werden konnte. Sollte sich jedoch im Laufe des Jahres 2016 noch ein finanzieller Handlungsspielraum ergeben und das Projekt doch noch berücksichtigt werden können, wird man auf unseren Verband zukommen.  

Die weitere Vorgehensweise betreffs dieses Projekts nach dieser neuen Konstellation muss nun mit der Vorstandschaft besprochen werden. Die Obleute werden dementsprechend unterrichtet. Ich darf nochmals darauf hinweisen, dass das Anbringen der künstlichen Vogelnistkästen zu den effektivsten Möglichkeiten zählt, etwas für den heimischen Artenschutz zu leisten, vor allem für den seltenen Raufußkauz, denn diese Arbeiten sind Naturschutz aus Jägerhand.

 

Dietrich Bogdoll /  Landesobmann Naturschutz & Wildbiologie

Erstellt am 12.05.2016
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