Stadtjäger Modul 3 „Einsatz von Schusswaffen im urbanen Bereich“

Um den Einsatz von Schutzwaffen im Urbanen Bereich oder zum Abfangen in der Falle üben zu können muss man sich komplett von den Vorstellungen einer 100 m Bahn „Rehbock stehend“ oder dem laufenden Keiler lösen und einen Parcours verwenden, der mit viel Ablenkung und Hindernissen dem Geschehen im urbanen Bereich möglichst nahe kommt. Diese Möglichkeiten bot Uwe König den angehenden Stadtjägern auf der Schießanlage Philippsburg.

Erstellt am 28.05.2018

Sicherheit war natürlich auch hier oberstes Gebot und der Kugelfang ein absolutes Muss. Gerade im urbanen Bereich wo der Einsatz der Schutzwaffe nur dann in Betracht kommt wenn es keine andere Möglichkeit gibt und alle Eventualitäten abgewogen und ausgeschlossen sind, die zu einem Schaden Dritter führen könnten gehören das Gewährleisten der Sicherheit, die Suche oder die Schaffung eines Kugelfangs sowie die Auswahl der richtigen Munition zum Können eines Stadtjägers.

 

Nicht jeder Stadtjäger hat einen Bauhof hinter sich, der zum Bejagen von Gänsen mit schwerem Gerät einen Erdwall aufschütten lassen kann; oft muss daher der Einsatzort sehr genau analysiert und der Standort zur Schussangabe sehr sorgfältig ausgewählt werden. Sehr leichte, sich zerlegende Munition mit entsprechender Wirkung wie die .17 HMR oder TAP (urban) Munition kommen dabei zum Einsatz, je nach Wildart und Anforderung.

 

Ein Stadtjäger muss in seine Arbeit nicht nur Zeit investieren sondern auch in seine Ausrüstung. Die Waffe aus dem Revier, sei es der Repetierer, der Halbautomat für die Drückjagd oder der Drilling ist in der Regel nicht das angeratene Handwerkszeug. Subsonic Munition und ein Schalldämpfer schützen hier nicht nur das eigene Gehör sondern ermöglichen auch die Entnahme mehrerer Schaden verursachender Wildtiere bei einem Einsatz und ein weniger auffälliges Arbeiten.

 

Die Schussabgabe im Liegen, Knien oder Sitzen (z.B. auch Schneidersitz) muss beherrscht werden, da man in der Regel keine geeignete jagdliche Einrichtung vorfindet oder aufbauen kann. Auch dies haben die Kursteilnehmer sehr intensiv geübt; teilweise zum ersten Mal. Der Schießstock ist hier den meisten Jägern geläufiger aber auch hier haben die Teilnehmer erkannt, dass erst der regelmäßige Gebrauch einen reibungslosen Einsatz ohne von den Tücken des Objekts überrascht zu werden, möglich macht. Im urbanen Bereich muss alles perfekt ablaufen; also üben, üben, üben…

 

Den Abschluss dieses Moduls bildete nach Ausbildungsordnung die Schießprüfung, die von allen Teilnehmern problemlos mit dem von Fa. Krieghoff zur Verfügung gestellten Waffe, gemeistert wurde.

 

Am Ende des Seminartages lief Vieles wesentlich selbstverständlicher ab. Die Teilnehmer waren sich einig, dass es ein gelungener Seminartag mit einem sehr abwechslungsreichen Parcours war. Vielen Dank an Uwe König und Jürgen Dold, die diese reibungslosen, zügigen und sicheren Schießübungen möglich machten.

 

Text: Hans-Ulrich Endreß
Fotos: Hans-Ulrich Endreß, Uwe König, Jürgen Dold

Erstellt am 28.05.2018
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